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Kochbuch-Abmahner abgewatscht…

Posted by admin on Jan 21, 2009 in Abmahnwahn, Alltäglicher Schwachsinn, IT-Shit of the Week, Standard

Ich glaube nicht, dass die im Volksmund als “Kochbuch-Abmahner” bekannten Herrschaften Marion und Folkert Knieper so bekannt sind, wie so manch anderer Ab(W)mahnsinnige, dennoch lauert eine ziemlich große Gefahr auf jeden Internet-User, der sich wagen sollte z.B. per Google-Bildersuche ihre Fotos auf seine/ihre Webseite anzubringen.

Die berühmt-berüchtigte Webseite namens “Marions Kochbuch” (!!!absichtlich nicht verlinkt!!!) ist äußerlichem Anschein nach eine Kochbuch-Seite, zielt jedoch auf ein ganz anderes Klientel, um nicht zu sagen Opfer. Die gesamte Site ist so aufgebaut, dass sie leicht von Google und anderen Suchmaschinen indiziert wird, wobei sämtliche Bilder ohne einen klaren Copyright-Vermerkt angeboten werden. Hautpsache, dass sie gut platziert sind, sich leicht in Google finden lassen und natürlich auch “leicht integrieren lassen”. Zum Beispiel in irgendwelchen Foren oder privaten Webseiten.

Und schon flattern Mahnungen mit saftigen (oft mehrere Tausend Euro schweren) Forderungen ins Haus rein.

Ich möchte erst gar nicht auf den Inhalt diese vermeintlichen Koch-Site eingehen, denn so mache Information entputt sich als völlig falsch oder gar als schamlos abgeschriebene Passage aus beliebigen Lexikas.

Wie dem auch sei, dieses Abmahn-Pärchen hat jetzt vom OLG Hamburg einen Riegel vorgeschoben bekommen und dürfte es in Zukunft recht schwer haben, Ahnungslose abzumahnen.

Und Allen, die doch gerne gefahrlos ein paar nette Bildchen aus dem Themebereich Nahrung/Nahrungsmittel benutzen möchten, empfehle ich diese Webseite: www.lebensmittelfotos.com

Lebensmittelfotos.com

Garantiert abmahnfrei, wie es im Untertitel diese Site geschrieben steht.

Ach jeeee, Sachen gibt’s….Kochbücher die Abmahnen, vermeintliche Gangsta-Rapper die bei ihrer Mutti wohnen und Kids abmahnen für Songs, die sich selbst nicht geschrieben haben, Bundensministerinnen die gerne Kinderpornografie (d.h. das Internet selbst) zensieren lassen würden, aber dann unfreiwillig über veröffentlichte KInderporno-Sperrlisten die Verbreitung derselben indirekt unterstützen….

Ich brauch’ ‘n Bier….

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Heimliche Videoüberwachung in der Wohnung

Posted by admin on Apr 18, 2008 in IT-Shit of the Week

Jauuu, dies ist wohl das nächste große IT-Shit das die technischen Analphabeten, auch Politiker genannt, von sich gegeben haben. Die Story ist recht simpel: da zwischen Justizministerium und Innenministerium vereinbart wurde, dass für die Anbringung des Bundestrojaners keine heimlichen Wohnungseinbrüche stattfinden dürfen, müssen unsere Staatsschützer (vor wem eigentlich, vor Terroristen etwa?) wohl anders vorgehen, wenn es um Informationsbeschaffung geht. Z.B. sollte so ein Trojaner per E-Mail installiert werden können. Hm, so wie eine Viren-verseuchte E-Mail etwa?

Aber nein, so soll es doch nicht sein, denn es geht auch viel einfacher und sogar ohne den Bundestrojaner. Man installiert einfach heimlich eine Video-Kamera in der Wohnung des potentiellen Täters bzw. (jetzt kommt die Härte) in der Wohnung von Personen, die solche potentiellen Täter/Terrorister kennen.

Und dabei spielt das Privatleben keine Rolle und auch nicht die Tatsache, dass die Grundrechte der Unbescholtenen völlig zerstärt werden.

Du meine Güte, wie wichtig unsere Sicherheit sein muss, dass nicht einmal vor unseren Grundrechten halt gemacht wird.

Übrigens schlage ich vor, dass wir alle unsere Sozialen Netzwerke wie z.B. Xing, StudiVZ oder wer-kennt-wen durchsuchen, nur um ganz sicher zu sein, dass wir nicht zufälligerweise jemanden kennen, der jemand kennt, der einen potentiellen Täter kennt.

Ihr wisst ja, sonst müsst ihr mit einer nonstop-online-Webcam rechnen.

Außerdem muss man sich jetzt fragen, warum so lange und so laut für den Bundestrojaner die Trommel gerührt wurde, wenn es doch in Richtung 1984-Überwachungstaktiken geht?

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Bloße Nennung der E-Mail Adresse reicht zur Hausdurchsuchung völlig aus?!

Posted by admin on Jan 14, 2008 in IT-Shit of the Week

Nun, eigentlich wird meine Kolumne “IT-Shit of the Week” höchstens einmal in der Woche (manchmal auch seltener) mit neuestem IT-bezogenen Schwachsinn gefüllt. Was ich aber gerade gelesen habe zwingt mich, ausnahmsweise, diese Praxis auszuweiten. Ich will ja jetzt nicht ins Philosophische, aber die Menge der “IT-Shits” über die ich stolper’ häuft sich so sehr, dass man eigentlich gar keine abgetrennte Kolumne haben sollte. Das ganze Geschehen um uns herum ist Shit! Ein rechtlicher, ein moralischer, ein technischer, ein menschlicher…Shit!

Wer von Ihnen gedacht hat, dass zu einer Hausdurchsuchung neben klaren gesetzlichen Regeln auch rechtsstaatliche Prinzipien gehören und man nicht ohne harte Indizien in das Private des Bürgers eindrigen darf, der wird im laufenden Text eines Besseren belehrt.

Um es einfach zu beschreiben: ein gewisser Herr, nennen wir ihn X, hatte mal vor Jahren eine kostenlose E-Mail Adresse bei einem recht beliebten Hoster eingerichtet. Damals (ca. 1997) gab er auch seine persönlichen Daten an, was sich später als ziemlich nachteilig für ihn auswirken sollte. Viele Jahre später hat jemand anders, nennen wir ihn Y, unter der Angabe dieser E-Mail Adresse bestimmte Geschäfte getätigt (Bestellungen etc.). Nun, Herr X hat danach seltsame Mahnschreiben erhalten und da diese zwar an seine Adresse verschickt wurden, aber im jeweiligen Mahnschreiben selbst der Name des Herrn Y stand, maß er diesen keine Bedeutung bei. Warum denn auch, wenn im Briefkopf ein anderer Name steht? Oder würden Sie z.B. auf eine unerwartete “Sie-haben-3000-Euro-gewonnen”-Nachricht reagieren und bei einer sog. “Kaffeefahrt” mitmachen?

Also, Herr X reagiert nicht darauf, geht aus der Wohnung raus und als er zurückkommt, stellt er fest, dass die Polizei in die Wohnung eingebrochen ist, den PC beschlagnahmt hat und obendrein von einem Richter dazu ermächtigt wurde!!!

Und alles anhand einer E-Mail Adresse! Es wurde kein Vergleich der IP-Adressen vorgenommen, keine Providerinfos eingefordert. Nein, nichts dergleichen war notwendig, um die Hausdurchsuchung rechtlich absegnen lassen zu dürfen.

Es reicht einfach aus, dass jemand Ihre E-Mail Adresse bei irgendeinem rechtlich bindenden Geschäft nennt und schon können Sie sich nebst Mahnschreiben eines Polizeibesuches erfreuen.

Was mich neben all dieser Geschehnisse wundert (und wütend macht) ist die Tatsache, dass wohl sehr, sehr bald jede noch so unbedeutende und kleine Firma die staatlichen Mechanismen für sich nützen wird, um an’s Geld ranzukommen.

Nichts dagegen, dass Firmen für ihre Dienstleistungen bezahlt werden, aber unser Staat kann doch kein Dienstleister der Wirtschaft werden?

Das ist dieselbe Praxis wie bei einigen Rechtsanwälten, die im Auftrag der Phono-Wirtschaft ein paar Leute in ihren Büros beschäftigen, die den ganzen Tag lang nichts anderes machen, als in den Tauschbörsen nach bestimmten (und nur diesen!) mp3-Dateien zu suchen (warum sollte z.B. BGM nach SONY-mp3 Dateien suchen, oder?). Werden sie fündig, so gibt es zuerst eine “Anzeige gegen Unbekannt” und die Staatsanwaltschaft muss automatisch, rechtlich bindend also, tätig werden. Dies bedeutet wiederum, dass unser Staat per staatsanwaltlichem Einsatz an die von der Phono-Wirtschaft so heiß begehrten IP-Nutzerdaten rankommt und diese an den zuvor erwähnten Anwalt weiterleitet. Da er eine “Anzeige” aufgegeben hat,muss er auch informiert werden, dass man den “Übeltäter” erwischt hat. Und erst jetzt gehts an’s Eingemachte, denn die erste Anzeige gegen Unbekannt ist unwichtig, weil diese nur dazu dient, dass Staatsanwälte die Drecksarbeit erledigen (Phono-Wirtschaft is ja kein Staat und kann dementsprechend nicht direkt in die Rechte des Bürges eingreifen). Jetzt aber, wo IP-Daten einem Bürger zugeordnet worden sind, wird die Phono-Wirtschaft aktiv und es hagelt Klagen in Höhe von manchmal mehreren Hunderttausend Euro.

Stellen Sie sich mal vor, Kaufhof, Horten, Lidl, Aldi und all die anderen Kaufhäuser/Supermärkte würden auf die Idee kommen, “vorsorglich” am Eingang einen Polizisten zu bestellen, da ja “immer wieder mal geklaut wird”?

Wie würden Sie denn darauf reagieren, wenn unser Staat als Handlanger und Diener einer bestimmten Lobby auftreten würde?

Wäre das ein Staat oder ein Dienstleistungsunternehmen unter vielen anderen?

Wenn schon mittlerweile völlig ausreichend ist, auf Grund einer E-Mail Adresse einem Bürger in die Wohnung einzubrechen, dann ist es vielleicht schon so weit….

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